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Der erste Eindruck von Andorra ist ein Schlechter.

Jedenfalls sofern man von Spanien über die Autobahn in das Land hineinfährt. Andorra macht seinem Namen als Steuer- und Shoppingparadies alle Ehre. Wenige Meter nach der Grenze erwartet das erste Einkaufszentrum shoppingsüchtige Touristen. In Andorra la Vella, der Hauptstadt tummeln sich Damen und Herren gleichermaßen bepackt mit Einkaufstüten - von H&M bis Gucci ist alles vertreten, jeder darf hier gerne sein Geld ausgeben.
Von "billig" ist hier schon lange nicht mehr die Rede, die angrenzenden Staaten haben schon lange ein ähnliches Preisniveau erreicht, trotz der fehlenden Steuerzuschläge in Andorra. Doch es wird weiter gebaut. Findige Investoren errichten Hotel um Hotel. Weiterhin wird gebaut wie früher: Plattenbauten im Stil der 70er. Klötze in Grau und Braun. Zwischen hohen Bergen und prächtigen Tälern.
Der Skitourismus boomt. Noch. Noch gibt es Schnee, noch ist es hier vergleichsweise günstig. Die Franzosen kommen gerne, die Spanier auch. Im Sommer vermarktet Andorra Bikestrecken und Wandern. Unberührte Natur findet man hier nur in den höher gelegenen Seitentälern, die die Sportindustrie noch nicht "aufgefressen" hat und in den Naturparks, wie es der Comapedrosa ist.
Wer auf touristisch erschlossene Regionen Wert legt, eine Flut an Restaurants, Shops, Informationsquellen und Liftanlagen zu schätzen weiß, der wird in Andorra glücklich. Landwirtschaft im kleinen Stil, Tabakanbau wie früher, das gibt es hier fast nicht mehr. Andorra setzt nach wie vor auf Skitourismus der Superlative. Wer Einsamkeit finden will, muss etwas suchen.
Dennoch: die Natur, die Andorra zu bieten hat ist wunderschön.


 

Der Alt de Comapedrosa ist der höchste Berg Andorras und vergleichsweise einfach zu erwandern.

Von Arinsal auf den Comapedrosa, mit seinen 2943m Höhe führt ein Wanderweg, der noch dazu markiert ist. Mit Markierungen, wie zuhause in den Alpen sollte man allerdings nicht rechnen, ein bisschen Mitdenken ist hier schon gefragt.
Klimatisch sind die Berge hier von viel Niederschlag geprägt, aufgrund der Höhe erreicht die Maximaltemperatur am Comapedrosa im Juli/August maximal 18°C, der Durchschnitt liegt allerdings bei 12°C.

Die Tour startet in Arinsal und führt zuerst durch das malerische Tal Pedrosa, an Wasserfällen vorbei durch dicht bewachsene Wiesen und Wälder. Weiter oben teilt sich der Weg, man kann entweder direkt am Rifugio Comapedrosa vorbei oder gleich in einem Rechtsbogen absteigend hinunter in das Hochtal. Weiter geht es auf dem Wanderweg hinauf zum Estany Negre (Schwarzer See), der bei unserer Besteigung noch von Schnee umgeben, beziehungsweise bedeckt ist.
Nun schwingt sich der Weg, der hier mit gelben Punkten markiert ist, auf den Gratrücken hinauf. Auf und ab geht es in sehr leichter Blockkletterei (nie ausgesetzt) auf dem breiten Grat hinüber bis zum Gipfel. Der Rückweg erfolgt gleich wie der Aufstieg.





Facts zur Tour:

Start: Arinsal
Ziel: Comapedrosa (2943m)
Höhendifferenz: ca 1500hm
Distanz: 13km

GPS Track: 


Andorra - Zwergenstaat mit Eigenheiten

  • Andorra ist das einzige Land, welches Catalan als offizielle Sprache hat, dennoch sprechen die meisten Menschen Spanisch. Französisch können ebenfalls einige Leute, vornehmlich im Tourismus.
  • Die Gesamtfläche von Andorra ist 468km2 und das Land hat ca. 80.000 Einwohner.
  • Staatsform in Andorra ist eine Demokratie, Staatsoberhaupt sind die Co-Fürsten, seit der Verfassung von 1993 - nämlich der Französische Präsident und der Bischof von Urgell. Sie üben aber nur noch representative Tätigkeiten aus.
  • Andorra ist übrigens der größte der Europäischen Zwergenstaaten (vor Malte, das aber weit über 4x so viele Einwohner hat) und nicht Mitglied in der EU.
  • Währung: Andorra hatte noch nie eine eigene Währung, vor der Währungsunion konnte mit Pesetas oder Franc gezahlt werden, Andorra hat aber nun, seit Einführung des Euros mittels eines Sondervertrages eigene Euromünzen, obwohl es kein EU Mitglied ist.
  • Andorra hat keine Autobahn.
  • Die Post innerhalb Andorras ist gratis.
  • Andorra besitzt kein Militär, die Landesverteidigung ist Aufgabe von Spanien und Frankreich.