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Die sogenannte Schafbergüberschreitung habe ich ja vor Jahren schon einmal gemacht, aber aufgrund ihrer Schönheit kann man diese Tour ruhig ein zweites Mal absolvieren. ;)

Kletterei zu Beginn der Tour - Sommerauerstein Südostgrat

Als besonderes Start-Schmankerl haben wir uns den Südostgrat auf den Sommeraustein ausgesucht. (Ein Topo gibts auf Bergsteigen.at.) Der Zustieg beginnt kurz vor der Jausenstation Holzerbauer und folgt zuerst dem Wanderweg Nr. 27. Bei einem Gatterl kurz vor einer Alm zweigt dann ein unscheinbares Steigerl weg.






Hier geht es nun hinauf zum Einstieg des Südostgrates. Der Grat ist denkbar einfach: man kann ja eh nur grade hinauf, einige Bohrhaken gibt es auch und die Stände sind ebenfalls gebohrt. Wer sichern will, findet eine schön eingerichtete Route vor und wer frei klettern möchte, kann auch damit rechnen, im worst-case auch mal etwas nach rechts ausweichen zu können, wo die Route etwas leichter ist. Der Grat ist zum Glück breit. ;)
Die Schlüsselstellen sind ebenfalls nicht sehr ausgesetzt und schnell gemeistert, meine Befürchtungen, dass diese frei etwas knackig sein könnten, bewahrheiten sich zum Glück nicht. Und so sind wir rasch oben am Sommerauerstein.

Das knifflige Käferwandl

Vom Sommerauerstein steigt man nun etwas in eine Scharte ab (kurze Leiter als Versicherung) und folgt den Steinmännern hinauf auf das Käferwandl. Der Weg ist größtenteils I+ Gelände, nicht sehr ausgesetzt. Man muss in jedem Fall wieder retour in die Scharte und steigt dann durch den Wald über ein ausgetretenes Weglein wieder zum Wanderweg ab. Ab dort machen wir uns auf zum Vormauerstein.

Der gemütliche Vormauerstein (1450m)

Es wird wärmer, der Schnee schmilzt und wir mit dazu. Am Vormauerstein wäre eine Pause ja ganz hübsch, wir haben aber noch einiges vor, also wird nur ein kurzes Päuschen eingelegt, um die Sonnencreme auszupacken. Und natürlich den Zwergerlschnaps zu suchen. Den lassen wir uns nicht entgehen. Wer nämlich vom eigentlichen Gipfelkreuz des Vormauersteins etwas absteigt, gelangt zu einem zweiten Gipfelbuch mit Hochprozentiger Beigabe. Ob da die Zwergenkönige den Schnaps versteckt haben?



Auf zum weglosen und schrofendurchsetzten Törlspitz (1589m)

Wir wandern weiter in Richtung Mönichsee, den lassen wir aber aufgrund von ziemlich starkem Wind und noch vielen Schneefeldern rechts liegen und steigen den Wanderweg über den
Purtschellerweg hinauf. Dann halten wir uns leicht rechts und gelangen so auf eine Schneide, die in weiterer Folge hinauf zu einem brüchigen Felswandl führt, an dem ein Fixseil hängt. Man kann auch dem Wanderweg noch länger folgen und dann unschwer über Schrofen auf den Törlspitz steigen (haben wir als Abstiegsvariante erwählt). Der Törlspitz ist ein fieser Zapfen, denn das kleine Steiglein (kein offizieller Weg, aber ab und an mit blauen Punkten markiert) zieht sich sehr steil über die Schrofen bis zum Gipfelkreuz mit einer Jesusfigur.
Hier ist mal Pause angesagt.


Aufstieg über den Purtschellersteig zur Spinnerin (1725m)


Über den versicherten Purtschellersteig ist der Weg logisch vorgegeben, nur zur Spinnerin muss man sich kurz ein bisserl orientieren. Wir wollten auch noch zur Adlerhöhle, die liegt aber quasi am Weg. Die Höhle ist an sich relativ unspektakulär, allerdings das Felsenfenster ist gigantisch. Der Einstieg erfolgt kriechend, Klaustrophobiker sollten wohl eher draußen bleiben.



Die Spinnerin ist ein herrlich einsamer Gipfel,  dafür trifft man dann am Schafberg einige Minuten später ohnehin auf den Kulturschock.

Schafberg - Schmelzpunkt der Kultur?

Am Schafberg ist die Hölle los. Da kommt einem zuerst der Mountainbiker mit dem Fatbike entgegen. Nicht schlecht, aber wie kommt der mit dem Teil hier rauf? Die Touris jedenfalls kommen mit der Zahnradbahn. Die ist ja hübsch anzusehen und wirklich ein Klassiker, selbst die Original-Loks werden hier an manch nostalgischen Tagen wieder vor den Wagen (oder wohl eher hinter den Wagen) gespannt. Sehenswert!



Am Gipfel tummeln sich Menschen aus aller Herren Länder. Was sie verbindet? Sie suchen den Ausblick und die Schönheit der Natur. Da wirds halt oft ein bisserl chaotisch. Wir denken uns nichts dabei und genießen unser Bier, während das wuselige Treiben um uns herum weitergeht.
Doch dann heißts: Adios lieber Monte Schafi, und wir düsen ins Tal.


Beim flotten Abstieg hätten wir noch fast eine Kreuzotter zertrampelt, liegt das faule Ding doch einfach mitten auf dem schönen warmen Fels und sonnt sich. Empört über uns Trampeltiere schlängelt sie sich davon.
Spätestens ab der Schafbergalpe wünschen wir uns, der Zug würde uns auch mitnehmen, denn der Abstieg über den restlichen Wanderweg Nr. 23 zieht sich gewaltig. Und dann müssen wir ja auch noch retour zum Auto.

FACTS zur Tour:

Höhenmeter: ca. 1500m
Distanz: ca. 19km
Schwierigkeit: Südostgrat III, unmarkierte Steige.
Vormauerstein bis Schafberg eher unschwierig, Törlstein nur für Geübte.





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