Hauptinhalt des Blogs

Blogartikel

Artikelinhalt

Der Weg über den Dopplersteig ist ja schon hinlänglich beschrieben und bekannt. Aber wisst ihr eigentlich, wie es zum Dopplersteig kam?

Als nicht Einheimische aber "vorübergehend Zoagroaste" und geschichtsinteressierte Grödiger fasziniert uns die Geschichte von unserem Hausberg ganz besonders. Wir haben uns daher im Grödiger Untersberg-Museum (das ich jedem Salzburger für regnerische Wochenenden durchaus empfehlen kann) schlau gemacht.
Quelle: Grödiger Chroniken von F. Zeller.


Es führen so viele Wege auf unseren Hausberg, und noch immer kennen wir nicht alle davon (für eine Liste bitte nach unten scrollen!)

Der bekannteste Steig ist wohl der Dopplersteig. Doch wielange wird der Untersberg schon "begangen", welche Mythen ranken sich um ihn? Wie zauberhaft und ruhig steht er im Winter da, wie vielseitig präsentiert er sich im Sommer?

Der Untersberg war immer schon der Berg der Salzburger. Schon früh bahnten sich Alpinisten ihren Weg hinauf. Auch der "Bergtourismus" setzte vergleichsweise früh ein. 1875 restaurierte der Alpenverein den ersten Wanderweg auf die Rosittenalm. Noch vor dieser Zeit war das Rosittental mit der unteren Rosittenalm und der oberen Rosittenalm bewirtschaftet. Auch die benachbarte Firmianalm bei der Steinernen Stiege in der Nähe des heutigen Reitsteigs (auch Köllereralm genannt, weiter Richtung Fürstenbrunn gelegen) war bis 1859 noch bewirtschaftet. Der Alpenverein verpflichtete sich damals, die Rositten-Almen zu erhalten und zu restaurieren.

Wegbau der Superlative
Doch der Weg von der oberen Rositte hinauf den Untersberg war nicht leicht zu  bewerkstelligen.
Die mächtige Dopplerwand stellte sich dem Alpenverein in den Weg.
...70 Stufen mussten aus dem Fels gesprengt werden. Dieser Pfad, der an Kühnheit der Anlage und Romantik seiner Umgebung seinesgleichen sucht...
Benannt nach dem Sektionskameraden Ludwig Doppler, der den Steig nicht nur initiiert hatte, sondern auch gemeinsam mit Josef Ebner, einem Steinmetz und Bergführer aus Fürstenbrunn die Wegfindung und Erbauung des Steiges durchsetzte und somit dem Dopplersteig 1876 seinen Namen gab. Zur Eröffnung am 16. Juli 1876 waren 600 Personen anwesend, 100 Menschen erklommen den Berg an diesem Tag. Am Sonntag darauf wurden entlang des gesamten Dopplersteiges Feuer und Fackeln entzündet, um den Weg bis ins Tal sichtbar zu machen.
Der Untersberg zählt zu den interessantesten Bergen und es wurden deshalb auch schon mehrere tausend Gulden auf Wegbezeichnungen und Wegbauten, besonders für den Dopplersteig ausgegeben.
Ein schwieriges Unterfangen war dann auch der Bau der Schutzhütte am Geiereck. Lange Jahre war dies das Sorgenkind des Salzburger Alpenvereins.
Weitere Wege wurden erschlossen, denn um 1879 markierte der Salzburger Alpenverein den Weg über die Kienbergalm zum Schellenberger Sattel und von dort weiter zur Kolowratshöhle.

1887 wurde der Weg über das Grödiger Törl restauriert und einige Jahre später auch der Weg vom Törl bis zur oberen Rositten ausgebaut. Dieser Weg ist heute schon wieder längst vergessen.
Auch der Reitsteig folgte erst 1889, nachdem jahrelang ein Weg über die sogenannte Steinerne Stiege und die längst verschwundene Firmianalm führte. Die Stiege verschwand, Stufen ziehen sich nun über den Fels und der Reitsteig entstand, der auch für völlig unerfahrene Wanderer leicht zu bewältigen sein sollte.
Die Steinerne Stiege wird übrigens 1834 schon im "Reisehandbuch durch das Erzherzogtum Oesterreich: mit Salzburg" erwähnt.
1893 schaffte es dann das Kreuz auf den Untersberg, um 5 Uhr morgens trafen sich 18 Mitglieder des "Untersberg-Gemütlichkeits-Klubes" (ja ihr habt richtig gelesen), um sich zuerst in der Kirche in Anif einzufinden und in Folge das Kreuz auf das Geiereck zu bringen.

Untersbergbahn
Seit 1961 bringt auch die Untersbergbahn jedermann und jederfrau auf den Gipfel. Einfach, bequem und in wenigen Minuten.
Der Bau verlangte größte Anstrengungen. So konnte der Standort der Stütze I etwa nur von geübten Kletterern am Seil erreicht und für die Vermessungsarbeiten markiert werden. Übernachtet wurde in Zeltlagern und Bivakschachteln. Die körperlichen Anforderungen waren extrem hoch.
Zuerst wurde 1959 die Hilfsbahn I gebaut, die vom Gasthof Rositte bis zum Zeppezauerhaus führte. Dann gab es noch Hilfsbahn II und III, die jeweils Zeppezauerhaus und Geiereck verband bzw. vom Zeppezauerhaus über die Dopplerwand nach unten führte. Letztere erhielt den Namen "Geisterbahn", weil sie auch in der Nacht betrieben wurde und dazu künstliche Beleuchtung nötig war. Aber Geister überraschen am Untersberg ohnehin niemanden mehr...

Sagenberg Untersberg
Der Untersberg wirft, vor allem im Winter einen mächtigen Schatten. Grödig und Anif raubt er dann oft früh das Sonnenlicht. Ein heller Berg ist er nämlich nicht immer. Auch dunkle Seiten zeigt er nur zu gerne, denn erhat auch schon einige Opfer gefordert. Zahlreiche Mythen und Sagen ranken sich ebenfalls um ihn, doch darüber erzähle ich euch vielleicht beim nächsten Mal...












Da gibt es eine Vielzahl an offiziellen Wegen:

Die Überschreitung des Untersberges über den Hirschangerkopf bis nach Grödig

Über die Rauhen Köpfe und den Bannkopf auf den Untersberg 

Über Toni Lenz und die Eishöhle nach Glanegg

Von Hallthurm nach Maria Gern über den Hochthron

Klingersteig bis Klingeralm und weiter zur Vierkaseralm (verfallen) 


Dann gibt es noch die geheimnisvolleren und alten Wege:

Das Grödiger Törl und der Bierfasslkopf 

Kienbergsteig

Grubenpfad


Auch Klettern kann man vorzüglich am Untersberg:

Mezzo Rosso (V)

Doriweg (V+)

Anfängerfreuden (V-)

Rauher Weg (IV+)

Alte Südwand (IV-) 

Ostgrat (III) 

Ostwandverschneidung (IV+)


Skitour gefällig?

Salzburger Hochthron Skitour 

Falls jemand übrigens alte Karten vom Untersberg hat: Bitte bitte melden!