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Das Rofangebirge steht schon länger auf unserer Liste, dank erstem Schneefall und demzufolge weniger Menschenandrang, ist Ende Oktober aber nun endlich die richtige Zeit dafür!
Wir sind natürlich früh morgens unterwegs, nicht nur um den momentanen Grenzkontrollen am Walserberg zu entfliehen, sondern auch weil wir den Anstieg von unten per pedes, anstatt mit Seilbahnnutzung zurücklegen. Kaum hat man sich durch den Wald emporgeschraubt, laden schon die ersten einladenden Ausblicke zum Verweilen ein.



In meiner Badewanne bin ich Kapitän

Zustieg Haidachstellwand

Der erste Klettersteig startet ungewöhnlich spät: nämlich erst kurz vor dem Gipfel der Haidachstellwand beginnt ein B-Steigerl über ca. 5m. Dann hat man ein kleines Felsbanderl überwunden und darf sich am Gipfelplateau bewegen.
Der eigentliche Klettersteig startet dann erst im Abstieg vom Gipfel.
Da dieser nordseitig gelegen ist, müssen wir hier mit Schnee rechnen. Da der Klettersteig aber ohnehin nur mit B eingestuft ist, sollte das kein Problem darstellen. Ein anderes Paar zweigt rechts auf den Normalweg ab, was uns ganz kurz bei der Suche nach dem Einstieg irritiert. Der Zustieg zum Klettersteig ist nämlich nicht markiert, also gehen wir instinktiv den Rücken vom Gipfel weiter entlang, bis wir im Norden den Einstieg erblicken

Haidachstellwand

Klettersteig Haidachstellwand
Haidachstellwand

Der Klettersteig ist schnell absolviert und wir beschließen, die Rofanspitze noch mitzunehmen. Hierzu machen wir auf dem Normalweg ordentlich Tempo und kommen bei stürmischem Wind auf der Rofanspitze an. Entgegen ihres Namens ist die Rofanspitze (2259m) gar nicht der Gebietshöchste, den stellt nämlich der Hochiss mit 2299m.

Blick retour zur Haidachstellwand

Gleich starten wir weiter auf den Roßkopf, wo ein Klettersteig mit der Schwierigkeit C/D aufwartet. Der Klettersteig ist ganz hübsch, im unteren Teil gar nicht so easy, der Fels ist jedenfalls extrem bröselig. Gerade als wir am Einstieg sind schlägt ein riesiger Stein unten ein, verfehlt einen Wanderer nur knapp.
Bitte liebe Wanderer: beim Steig unterhalb des Roßkopf NICHT stehenbleiben und den Klettersteiglern zuschauen, der Steinschlag ist echt saugefährlich! Helm aufsetzen!


Roßkopf
Blick zur Seekarlspitze, im Hintergrund der Hochiss

Vom Roßkopf steigen wir ab, dann wird es unangenehm: nasse Schrofen, die durchaus ganz schön steil sind, lassen Vorsicht walten. Bei solchen Bedingungen sind die Klettersteige wirklich nicht zu empfehlen, einige Klettersteiggeher waren hier sichtlich überfordert! Aufpassen bei Nässe!
Der Klettersteig auf die Seekarlspitze wartet nochmal mit einer knackigen D Stelle auf, die zudem noch ostseitig und eisig ist. Da heißt es zupacken!
Doch auch diese Krux lassen wir schnell hinter uns und steigen hinab und über Schrofen wieder hinauf zum Spieljoch. Dort wird wieder abgeklettert. Ein C-Steig führt über den Grat hinab in die Scharte unterhalb des Hochiss. Der C-Steig ist im Vergleich zu den anderen Steigen eher nett bewertet, der Grat zeigt sich lediglich erdig und extrem rutschig, also ist ebenfalls wieder volle Konzentration angesagt!
Bevor Philip sich auf den Hosenboden setzt, sind wir allerdings schon fast unten in der Scharte.

Abklettern vom Spieljoch

Nun kommen wir zum Grand Finale, dem Klettersteig auf den Hochiss.
Wieder warten C/D Stellen auf uns, doch der Fels ist fest und lässt eine alte Kletterroute vermuten. Zu gut sind Griffe und Tritte, spielerisch käme man hier kletternd auch ohne Stahlseil hinauf. Der Steig ist wieder südseitig exponiert und somit knochentrocken, genau wie der Rest unseres Abstiegsweges. Genug herumgerutsche auf nassen Schrofen!
Wir genießen es!

Klettersteig Hochiss

Klettersteig Hochiss

Am Gipfel treffen wir noch 2 Jungs aus Rosenheim, die uns den ganzen Tag schon quasi "verfolgt" haben. Die Info, dass die letzte Bahn um 5 Uhr zu Tal fährt, und mit ihr das gesamte Hüttenpersonal, lässt uns die Beine in die Hand nehmen. Mit der Aussicht auf ein Bierchen, werden selbst wir zu Trailrunnern. ;)



Blick zum Adlerhorst und zur Erfurter Hütte

Hochiss

Erfurter Hütte

Die erste Alm weist uns ab, sie packen schon zusammen, doch auf der Alm neben der Bergstation bekommen wir noch unseren Russn. 10min dürfen wir noch in der Sonne entspannen, bevor der Hüttenwirt zusammenpackt und wir das letzte Tageslicht noch für einen raschen Lauf ins Tal nutzen. Über die Skipiste machen wir zügig Meter, bevor wir wieder auf den markierten Wanderweg treffen und gemütlich zum Auto zischen können.
Feine, aber lange Runde durch das Rofangebirge, in dem es noch so viel zu entdecken gäbe...

FACTS:
Ziele: Haidachstellwand, Rofanspitze, Roßkopf, Seekarlspitze, Hochiss, Spieljoch
Höhendifferenz: ca. 2250hm (mit Benutzung der Seilbahn spart man allerdings 800hm ein)
Distanz: 18km
GPS Track HIER
Schwierigkeit: B-D, Topos auf bergsteigen.at