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Auf zu den Totengräbern

Wie die Tour vor der Hochzeit verlaufen ist, das haben wir euch ja schon mitgeteilt, was macht man aber post-Heirat? Eine Bergtour natürlich!

An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, dass bei einer Hochzeit im Salzkammergut alle Register gezogen werden, der Bräutigam wird da von den Mädels gestohlen und die Braut ebenso von den Burschen und um die Zeit dabei tot zu schlagen, muss natürlich allerhand hoch-geistiges verinnerlicht werden.
Hochmotiviert schwingen wir uns morgens (oder wohl eher vormittags) aus dem Bett und treten die Anreise ins Höllengebirge an, wo der Große Totengraben auf uns wartet.
Der Zustieg ist gut mit Steinmandln markiert, zuerst folgt man aber ohnehin noch einer Forststraße. Eventueller Restalkohol verdunstet spätestens hier, ob der abartigen Sommerhitze. Die Wand sieht vielversprechend aus! Der Totengraben ist ein herrlich schattiges Gelände

Zustieg zum Großen Totengraben

Routenfindung gar nicht schwer.

Vor der Wand angekommen stehen wir zuerst etwas zu weit rechts. Komisch... sieht gar nicht begangen aus... also wieder runter. Bloß nicht nach unten schauen, Kopf hoch oder alles dreht sich. Das war sicher nicht der Obstler, es muss wohl doch die Höhe sein...
Was erspähen da die Augen?
Ein Bohrhaken und eine Höhle in der Mitte des Grabens. Der Weg zur Höhle seilversichert. AH! Menschliche Spuren also. Da gehts rauf!
Wir klettern los und die Route fügt sich ab diesem Moment ganz automatisch.
Schwungvoll geht es über gestuftes Gelände hoch, zuerst rechts an der Höhle vorbei, immer weiter hoch, die ersten Platten rücken näher. Es wird spannender. Die Stellen im 3ten Grad sind seilversichert, man kann, muss aber nicht zupacken. Es klettert sich schön im Totengraben.
Nun ein schottriges Gehgelände. Hier muss man weit nach links queren.
Man folgt dem gelben Schotter und findet alsbald wieder Seile. Die Stellen sind hier etwas ausgesetzter, dennoch wieder nicht wirklich schwer.

Die Höhle
Erste Platten



Hier nach LINKS, ganz leicht sichtbar die Seilversicherungen
Steil

Idyll und Einsamkeit

Nun hat man diese Stelle überwunden und ist auf der nächsten Felsstufe angekommen.
Hier wartet ein rustikaler Standplatz auf den Kletterer, der bei uns für Amüsement sorgt.
Es geht logisch an einem Band weiter, dann direkt nach oben.
Hier wird es ab und an ein bisschen schrofig, denn nun erreicht man wieder einen wunderschönen und grünen Kessel. Der obere Teil des Totengrabens ist idyllisch.

Oberer Teil des Totengrabens



Blauer Eisenhut vor der Rinne
Über Schotter geht es direkt auf die Mitte des Grabens zu, dann nach rechts in eine Art Canyon. Der Fels ist hier glatt und weiß gespült, offenbar führt diese Rinne im Frühjahr gerne Wasser. Weiter geht es dann linkerhand über einige Steilstufen zum Wandbuch hoch.

Blumen, Rinnen und die Schlüsselstelle

Nach dem Wandbuch folgt die Schlüsselstelle, die jedoch mit dem Seilen nicht schwerer als eine II+ sein sollte. Der Fels ist rau und griffig, wirklich schönes Klettergelände.
Vom Ausstieg ist der Weg weiter mit roten Punkten versehen, die direkt den Weg zum markierten Wanderweg weisen.

Die Schlüsselstelle direkt nach dem Wandbuch
Auch unterwegs ist der Totengraben mit roten Punkten markiert, die teils aber schon sehr verblichen sind.
Der markierte Wanderweg führt uns direkt zur Riederhütte, von dort weiter über vorderen und mittleren Kesselgupf zum Eiblgupf.


Am Kesselgupf
Ausblick zum Traunstein


Ab in die Hirschluckn!
Vom Eiblgupf ist es ein unendlich langer Hatscher über das Plateau bis zum Hirschluckensteig. Den wollen wir heute im Abstieg erkunden. Ein unmarkierter Steig wartet hier auf uns, einzelne Stellen sind auch seilversichert.

Blick in den Hirschluckensteig zum Langbathsee
Hirschluckensteig


Hinterer Langbathsee

Hirschluckensteig

Der Hirschluckensteig hat uns jetzt eher weniger gefallen, zu schrofig ist er uns erschienen und der Abstieg hat sich dann echt schon hingezogen.
Im Aufstieg mag er einem vielleicht etwas angenehmer erscheinen, doch für den Abstieg war es für unseren Geschmack zu viel loser Schotter und zu viel Gemüse.
Aber gesehen sollte man ihn schon haben, den Hirschluckensteig. Zudem er auch ganz fantastische Ausblicke bietet und die Runde mit dem Spaziergang an den idyllischen Langbathseen einen wirklich schönen Ausklang findet.


FACTS:
Start: Kurz vor dem vorderen Langbathsee
Ziel: Kesselgupf, Eiblgupf
Höhenunterschied: GPS Track Analyse gibt uns 2000hm aus, ich denke allerdings dass es etwas weniger sein müssten
Distanz: ca. 16km
GPS Track untenstehend: