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Die Wiederroute eignet sich wunderbar als Vorbereitung auf die Große Watzmann Ostwand... liest man ja des öfteren im Internet. Tja, wie gut, dass ich wieder einmal alles andersrum machen muss und die Watzmann Ostwand ja schon erfolgreich besuchen durfte.

Die Wiederroute sollte für uns seilfrei kein Problem darstellen, unterstützt werde ich heute mal wieder von weiblicher Seite, Sandra freut sich darauf mit mir die Kleine Ostwand zu durchsteigen.
Weil wir dann doch etwas kurzfristig geplant haben, ist das Radl leider nicht mit dabei, ein Zustieg bis Kühroint mit dem Mountainbike empfiehlt sich aber wirklich sehr. Aber es hilft ja alles nix, Sandras Bike steht in Bad Tölz, daher ziehen wir per pedes los.
Der Anstieg im Morgengrauen geht sehr zügig vor sich, lediglich der Hatscher hinein ins Watzmannkar zieht sich etwas. Es wird wärmer. Kurz vor 8.00 stehen wir dann beim Einstieg.
Dicht auf den Fersen sind uns drei Jungs aus der Ramsau, denen wir am Einstieg gleich noch warten.

Morgenstimmung am Weg zur Kühroint

Gemeinsam ans Ziel
Lustig drauf sind die Drei und begeistert, zwei Mädels unterwegs zu treffen, die das gleiche Ziel auserkoren haben. Daher tun wir uns doch gleich zusammen und steigen ein.
Die Wegfindung ist nicht schwierig, das Bergsteigen.at Topo an sich sehr solide und viele Steinmänner weisen den Weg. Ab und an sind auch rote Markierungen zu finden.
So will ich gar nicht viele Worte zur Route selbst verschwenden, denn sobald man auf dem autobahnbreiten Wiederband steht, bleibt einem ohnehin die Spucke weg. Gigantisch.








Beim Bandwächter

Bandwächter


Blick zur Eiskapelle

Blick zur Großen Ostwand

Die Wiederroute macht einfach Spaß!
Fotos werden geschossen, Witze erzählt, ein laues Lüftchen fächelt uns Wind zu. Das ist auch gut so, denn wieder einmal hat es über 30 Grad und wir stehen, wie schon erwähnt in einer Ostwand. Sonnig ist es hier. Aber das tut der Freunde keinen Abbruch, Aufschwung um Aufschwung klettern wir nach oben. Obwohl wir im 5er Team unterwegs sind, sind wir richtig flott. Die letzten Platten am Ausstieg (III) sind noch einmal knackig und lässig zu klettern, wer hier unsicher ist, kann die schottrige Rinne (I-II) aufsteigen. Die hat den einzigen Vorteil, dass sie etwas schattig ist, spricht uns aber alle nicht sonderlich an.




Ausstiegsplatten 
Mitterspitze
Rückblick

Gipfelsturm
Nach den Platten der Wiederroute schwinge ich mich motiviert hinauf zum Gipfelkreuz und crashe sofort ein Foto von einer Gruppe Watzmann-Überschreiter. Upsi, wie peinlich. Die sind zudem etwas erschrocken darüber, wo wir denn jetzt urplötzlich herkommen und machen uns Platz. Wir wollen zwar niemanden vertreiben, aber wenn schon Platz für unsere Gruppe frei wird, dann nehmen wir diesen dankbar an. Auf der Mitterspitze gibt es also erstmal Brotzeit, bevor wir zum formellen Teil der Tour übergehen: erstes Bier am Watzmannhaus!
Die Jungs starten los. Die legen ein Tempo über den Grat vor, dass es sich nur so gewaschen hat. Sandra kennt aber den Grat des Watzmann noch gar nicht, also gehen wir es etwas gemächlicher an. Da muss doch erst die Umgebung bestaunt werden, Fotos gemacht werden und dutzenden Klettersteig-Gehern ausgewichen werden.
Beim Watzmannhaus genehmigen wir uns gleich einen Russ'n und nach dem ersten Durstlöscher sind wir schon dahin. Nächster Stop: Kühroint!

Es ist nochmal ein Volksfests mit den Jungs und einige politisch inkorrekte Witze später, trennen sich dann leider unsere Wege. Die Burschen sind nämlich mit dem Radl da und dürfen rasanter ins Tal entschwinden, als wir.
Zu allem Überfluss verkoffern wir uns auch noch beim Abstieg (Ja, Frauen und die Tratscherei...), finden dadurch aber einen alten Jägersteig, der allerdings im Nichts endet. Super! Dafür kommen wir an einem neuen Bauernhaus vorbei, wo eine kleine Babykatze uns als ihre neue Familie adoptieren will und uns bis zum Auto verfolgt. Ach so süss! Für so einen Schmusetiger war der Umweg natürlich völlig in Ordnung! :D

Nach einem Sprung in die Berchtesgadener Ache sind wir auch wieder etwas frischer und Sandra kann sich schweren Herzens an die Abreise machen. Ja so ist das eben... die Berchtesgadener Alpen verlässt man wirklich ungern...

Fazit und FACTS:
Start: Parkplatz Hammerstiel
Ziel: Watzmann Mittelspitze
Wandhöhe: 600m
Gesamthöhe: 2000hm
Distanz: 21km
GPS Track HIER
Zeitbedarf: 2h haben wir für die Wand gebraucht, trotz Tratscherei und Fotopausen. Wir mussten aber nie groß überlegen, Konni kannte die Route ja ohnehin. Von der Wegfindung ist sie meines Erachtens für geübte Bergsteiger kein Problem, man kommt ohnehin fast nicht aus und es gibt eine Unzahl an Steinmännern.

Weitere Touren in dieser Umgebung

- Watzmann Ostwand über Berchtesgadener Weg

 - Watzmann über Wiederroute

- St. Bartholomä über Rinnkendlsteig

- Kahlersberg über Seeleinsee und retour über die Gotzenalm

- Der Grünstein Klettersteig

 - Schützensteig am Jenner (Familienklettersteig)

- Hohes Brett über Brettgabel

- Sommer Sonne Sonnenschein (IV, Klettertour)

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