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Die Camping-Küche für Fernreisen mit einem Fokus auf Nordamerika

Essen ist für mich ein Hauptbestandteil eines erfolgreichen Urlaubs. Speziell bei einem Campingurlaub in Übersee, wo man nur wenig Equipment von zu Hause mitbringen kann, waren einige Dinge für die Campingküche essentiell. Die Tipps richten sich zum Großteil an „Autocamping“, fürs Backcountry Camping für längere Zeit bleibt wohl leider nur der Griff zum Travelfood bzw. wird es sehr schwierig ohne Ausrüstung von Zuhause vernünftig Lebensmittel zu portionieren.

Wichtig für Kanada: Alles Essbare muss immer im Auto verstaut werden. Auch Kühlboxen oder Kochgeschirr ist im Auto zu verstauen, sobald man seine Campsite verlässt!

In den Backcountry-Campsites gibt es sogenannte Bearlocker oder Bearpoles, wo das Essen entweder verschlossen wird oder auf große Stangen hochgezogen wird. Sollte man alleine „wild“ unterwegs sein, muss das Essen an Bäumen befestigt werden.

Wichtig für Amerika:

Beispiel Yosemite: Hier ist es NICHT erlaubt Lebensmittel (oder Toiletries) über Nacht im Auto zu lassen. Es müssen Food Locker benutzt werden!
Bearpoles, an denen die Nahrung aufgehängt wird, sind ebenfalls nicht zulässig.
Beispiel Yellowstone National Park: Die Nationalparkverwaltung gibt den Hinweis, wenn möglich Essen über Nacht nicht im Auto zu lassen.
Bitte erkundigt euch im jeweiligen Nationalpark, wie die Regelungen sind, im Zweifelsfall lieber wirklich ALLES aus dem Auto räumen.

Ebenso muss z.B. im Yosemite Park jeder Backpacker eigene Bear-Proof Food-Container mit sich führen, in denen das Essen verstaut ist.


- Das Küchenzubehör
Zum essentiellen Equipment gehört mein Primus Omnifuel, ein wirklicher Gourmetkocher, der auf der kleinsten Stufe sogar leises Köcheln zustande bringt und unglaubliche Gaseffizienz leistet. Nach 3 Wochen Campingurlaub mit jeder Menge aufwändiger Gerichte und der täglichen Portion Kaffee und Tee sind wir erst 450g Gas losgeworden.
Dazu habe ich das Topfset von Trangia: HA III Tundra. Der Primus lässt sich perfekt im kleineren der beiden Töpfe verstauen und somit Platz sparen.

Primus mit Trangia Topf (der Windschutz kommt normal noch drumrum)

Weiteres praktisches Utensil: das MSR Küchenzubehör: beinhaltet ein Schneidbrett, zwei Küchenhelfer, ein kleines Döschen für Spüli und ein Geschirrtuch. Das Netz habe ich sofort um zwei Gabel/Löffel von Edelrid, das Besteck-Multitool, einen Leatherman, sowie einen Schwamm und zwei Pastikmesser erweitert. Der Multigewürzstreuer (Curry, Paprika, Cayenne, Salz, Pfeffer, Knoblauchsalz) ist das Grundsortiment an Gewürzen, den Rest habe ich vor Ort eingekauft.

MSR Küchenzubehör


Tipp für Kanada: in manchen Safeways kann man Gewürze selbst nach gewünschter Menge abfüllen. Perfekt also für den Camper, der nicht von jedem Gewürz gleich einen kompletten Gewürzstreuer haben will.

Zum „Service“ gehören bei uns: zwei kleine Edelstahlschüsseln, zwei Plastikteller und zwei Becher.

Essentielle Dinge beim Einkauf vor Ort nicht vergessen: Küchenpapier, Servietten, Gewürze, Öl, Essig, Nudeln, Couscous, Kaffee, Teebeutel, sowie evtl. Mehl und Zucker (wie man Camping-Brot bäckt erkläre ich euch in weiteren Blogbeiträgen).


- Der Kauf einer Kühlbox
Der erste Schritt war der Kauf einer Kühlbox. Natürlich ist das Kühlen besagter Box nun wieder eine trickreiche Sache, doch in Kanada gibt es in jedem Shop Eis zu kaufen (allerdings in riesigen Packungen zu ca. 4-5 Dollar).
Wer nicht ständig sündteures Eis verschwenden will kann diesen Tipp beherzigen: Tiefkühlgemüse/Tiefkühlfleisch kaufen, damit die Box für 1-2 Tage zu kühlen und es dann im Anschluss essen. Speziell in den sehr heißen Tagen haben wir das in Kanada so gemacht und es hat super funktioniert. Natürlich muss der Einkauf und der Speiseplan dementsprechend gestaltet werden.



Kanadatipp: Günstige Kühlboxen gibt es bei Canadian Tire um 20-30 Dollar.


- Der Kaffeefilter Aufsatz von GSI Outdoor
Für Kaffeejunkies und Dessertfanatiker wie uns, ist Kanada sowieso das Paradies. Kaffee mit Endlos Refill und köstliche Schokobrownies, doch manchmal will man seinen Kaffee halt lieber am Lagerfeuer oder auf idyllischen Picknickplätzen in der Natur. Also was tun?


Entweder man schleppt die Espressokanne mit. Oder man hat keinen Platz mehr im Reisegepäck und braucht etwas Kleines und Kkompaktes für Trekkingtouren. Der GSI Outdoor Aufsatz für den Kaffeefilter ist klein und kompakt, besorgt sich vor Ort beim Supermarkt Filter und Kaffee und genießt. Im Endeffekt funktioniert der Aufsatz wie eine herkömmliche Kaffeemaschine, der Kaffee wird gebrüht indem der Filter eingesetzt, Kaffee hineingefüllt und das Ganze mit kochendem Wasser befüllt wird. Dann kommt der Deckel drauf und man darf warten, bis das schwarze Gebräu einmal durchgelaufen ist.


Unser Tipp: Einen Kaffee-Durchgang durch denselben Kaffeesatz noch einmal durchlaufen lassen: ansonsten wird er etwas lahm.


- Frischhalteboxen in vielfältigen Größen besorgen
Bei Canadian Tire zb. Oder auch in Walmart bekommt ihr für ca. 6 Dollar ein mehrteiliges Set an Boxen in verschiedenen Größen. Optimal für Salat, Obst und Aufbewahrung von Dingen wie Couscous, Mehl und Gewürzen. Auch als Salatschüssel perfekt zu verwenden.

Wichtig sind die Frischhalteboxen auch für Touren unterwegs. Jause und Obst in die Box und es besteht weniger Gefahr, dass Bären euch als potentielle Futterquelle riechen. Zudem der Müll (auch organischer Müll wie z.B. ein Apfelgehäuse, Mandarinenschalen etc) nicht einfach in der Botanik entsorgt werden sollen, da auch dies Bären anlocken kann. Also sind die Boxen auch perfekt für das geruchlose „Nachhausebringen“ von Müll.

Wie oben schon erwähnt: Im Yosemite Park sind z.B. eigene Bear Proof Food Container für das Backpacking vorgeschrieben, diese kann man auch online in verschiedenen Größen erwerben. Die Container sind dann auch bärensicher (dh. der Bär bekommt sie nicht auf, riecht aber sehr wohl evtl. das Essen darin).


- Box für die Organisation der Lebensmittel
Wenn man lange aus dem Auto lebt, schadet die Anschaffung von großen Kisten für die Aufbewahrung nicht. Unser Tipp: 2 große Kisten besorgen erleichtert die Organisation des Küchenlebens. Ansonsten fliegen bald die Lebensmittel einzeln durchs Auto....

Gerade in Kanada, wo Nahrung wie gesagt immer sofort wieder im Auto verstaut werden muss, kann mit einer großen Kiste die gesamte „Küche“ in einem Handgriff verstaut werden.
Noch praktischer für Orte wie Yosemite, wo das gesamte Küchenequipment am Abend in den Bear Locker umgeräumt werden muss, ist es praktisch Alles in transportfähigen Kisten verstaut zu haben und mit einem Handgriff alles beisammen zu haben.


- Einsatz von ungekühlt haltbaren Lebensmitteln
Schon mal Müsli mit Kokosmilch oder Mandelmilch gegessen? Nein? Dann wird’s Zeit!

Mandelmilch gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Kanada in verschiedenen Geschmacksrichtungen und bei Safeways in einer perfekt portionierbaren Größe von 3x200ml Drinks. Diese müssen nicht gekühlt werden und so hat man einen Vorrat an Milch für sein Müsli.

Kokosmilch ist mein Favorit für die Zubereitung von Currys: ewig haltbar und einfach zu jedem Gemüse einsetzbar. Curry und Kurkuma dazu und fertig ist der lecker Eintopf. Kokosmilch und Mandelmilch sind auch perfekt für einen Sahneersatz bei Suppen. Sojawhip ist ein super Ersatz für Sauerrahm bzw. Saure Sahne und muss ebenfalls nicht gekühlt werden. Weitere Klassiker sind passierte Tomaten aus der Dose bzw. Tomatenmark zum andicken von Saucen und natürlich Sojapudding als Dessert. Denn auch diese müssen nicht im Kühlregal aufbewahrt werden. Linsen, Bohnen und getrocknete Erbsen sind hier auch geniale Lebensmittel, früh genug einweichen reduziert zudem die Kochzeit und so werden diese Gemüsesorten auch auf dem Campingkocher Freude bereiten.

Nudeln und Couscous sind für mich die klassischen Camping-Kohlehydratlieferanten und natürlich Kartoffeln in jedweder Form. Da Kartoffeln am Campingkocher allerdings ewig brauchen, empfiehlt es sich sie in Würfel zu schneiden bzw. einfach als Folienkartoffeln am offenen Feuer zuzubereiten, sofern dies am Campingplatz erlaubt ist.


- Einfach mal Grillen

Kanadatipp: Auf Kanadas Campingplätzen gibt es meistens eine Feuerstelle und mit einem Feuerpermit von 8.80 Dollar darf man sich Feuerholz besorgen und grillen.

Das schreckt nicht nur die Mosquitos ab, sondern schmeckt auch noch toll. Fertig eingewickelte Folienkartoffeln gibt’s in fast jedem Supermarkt und natürlich ist Alberta das Land des Rindfleischs. Aber auch Veganer/Vegetarier werden von der Vielfalt an Tofu und Fleischersatz ihre Freude finden, die ist nämlich gar nicht so klein.

Feuerstelle am Pocahontas Campground

- Frisch, frischer am frischesten!
Auch das Gemüsesortiment der Supermärkte in Kanada kann echt überzeugen. Selten habe ich bisher eine bessere Auswahl an feinstem Gemüse gesehen als bei Safeways. Der Vorteil: Zucchini, Kohl, Pak Choi, Süsskartoffeln etc. halten auch mal einen bis zwei Tage ohne kühlen aus (je nach Außentemperatur). Zwei Karotten oder eine Zucchini passen schnell nochmal wo rein. Also gilt für den Outdoor-Fan: Gemüse essen ist nicht nur gesund, sondern auch praktisch!

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